Überblick
Geschichte Kölner Karneval

Die Historie der G.M.K.G.

Oder: Große Geschichten beginnen manchmal auf rätselhaften Wegen

Es fing ziemlich verrückt an ...

Im Jahr 1894 versammelten sich aufgrund einer Zeitungsannonce 20 Bürger im „Bährenhof“ im damals unabhängigen Mülheim. Der Inserent erschien aber nicht – hatte er jedoch zur Gründung einer Karnevals-Gesellschaft eingeladen. Die Mülheimer gründeten auch ohne den unbekannten Scherzbold einen Karnevalsverein und gaben diesem den passenden Namen „Ulk“. Dieser Verein gewann gesellschaftlich an Bedeutung und 1903 wurde dann aus dem Verein „Ulk“ die „Große Mülheimer Karnevals-Gesellschaft“, kurz G.M.K.G. genannt.


… und ging auch entsprechend weiter.

Als erster Präsident stand Robert Plum der Gesellschaft von 1903 bis 1913 vor. 1914 wurde Mülheim nach Köln eingemeindet. Als im selben Jahr der Erste Weltkrieg begann, musste die G.M.K.G. pausieren. Als die Zeiten nach Kriegsende besser wurden, ging es mit der Großen Mülheimer Karnevalsgesellschaft wieder aufwärts. Nicht zuletzt wegen des unermüdlichen Einsatzes von Präsident Hein Neuburg (1913–1932), der die alten Traditionen wieder aufleben ließ. 1928 kam es zu der Gründung eines Tanzkorps, den „Müllemer Schefferjunge“.



Selbst in schlechten Zeiten ließ man sich nicht unterkriegen

Die traditionellen Ziele verfolgte auch Hein Neuburgs Nachfolger Franz Weber. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten der 1930er-Jahre hielt die G.M.K.G. lange durch und die Gesellschaft blieb ein fester Bestandteil im Kölner Rosenmontagszug. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges hörten die schönen Jahre auf und alle Aktivitäten wurden eingestellt.
Im Jahre 1946 fand die erste Veranstaltung nach dem Krieg in einem erhalten gebliebenen Raum der Hacketäuerkaserne statt. Heinz Löhr (1950–1963) führte mit Erfolg die Karnevalisten durch die Jahre des Aufbaus.
1964 wurde endlich die Mülheimer Stadthalle wieder errichtet und Hans Lindemann (Präsident von 1964–1971) verhalf der Gesellschaft zu weiterem Glanz. Dieses Jahr hatte noch einen weiteren Höhepunkt – das erste Dreigestirn der Gesellschaft wurde gestellt. Es bestand aus „Prinz“ Heinz Schmalen, der von 1959 bis 1978 Senatspräsident war, sowie „Bauer“ Heinz Siemokat und „Jungfrau“ Dr. Dr. Franz-Josef Broicher. Das Motto der Drei hieß: „Op jeder Sick vum Ring, eß Kölle, ding un ming“.

Die „Goldene Feder“ ward geboren

Hans Dieter Salchert wurde 1971 Nachfolger von Hans Lindemann, gefolgt von Rolf Dietmar Schuster, der drei Jahre später Präsident wurde. 1982 rief Schuster die Stiftung der „Goldenen Feder“, ein Preis für die Darstellung des Kölner Karnevals in den Medien, hervor. Am 27. Januar 1984 lud Schuster neun verdiente Mitglieder in die Villa Hahnenburg ein, dem damaligen Kasino der G.M.K.G, und ernannte die Eingeladenen, darunter die Schirmherrin Henny Sarlette Bleses, im Rahmen eines Galadinners zu Senatsratsmitgliedern. Rolf Dietmar Schuster und sein geschäftsführender Vorstand ernannten an diesem Abend Hermann-Josef Spicher aufgrund seiner Verdienste um die Gesellschaft zum Ehrensenatsratspräsidenten und beauftragte ihn, diesen Kreis der Gönner und Sponsoren als Präsident zu führen.

Das zweite Dreigestirn der Gesellschaft, das G.M.K.G-Magazin und die erste ZDF-Mädchensitzung

1986 stellte die G.M.K.G. mit Hans Olbertz (Prinz), Mathias Meyer (Bauer) und Hans Dieter Salchert (Jungfrau) das zweite Dreigestirn ihrer Geschichte.
1993 war ein sehr ereignis- und erfolgreiches Jahr: Der Radiosender RPR konnte für die G.M.K.G. begeistert werden und man veranstaltete 11 Jahre lang gemeinsam eine Hörfunksitzung. Mit der ersten Ausgabe „Kölle àla G.M.K.G“ schuf Diethelm Lemke ein einzigartiges Magazin und im selben Jahr brachte die G.M.K.G. die ZDF-Mädchensitzung nach Köln.
1997 konnte die G.M.K.G., mit der Hilfe von Diethelm Lemke, die erste Internetseite der Gesellschaft präsentieren.­­­ Aufgrund der Tatsache, dass das Festkomitee Kölner Karneval auf die Übertragungsrechte der ZDF-Mädchensitzung bestand, durfte die G.M.K.G. in diesem Jahr erneut diese bedeutende Veranstaltung durchführen.

Die Gesellschaft erblüht zu überregionalem Glanz

Von 1996 bis 2004 begleitete der „Spellmann-Zoch Kölsche Mädcher un Junge e.V. 1974” die G.M.K.G. durch die Session und 1998 hob Schuster mit dem Kommandanten des Tanzkorps Rheinmatrosen, Rolf Bürgel, die Kinder- und Jugendtanzgruppe „Minis“ aus der Taufe.
1999 erfolgte im Vorstand der G.M.K.G., dem Senatsrat sowie bei den Rheinmatrosen ein Führungswechsel. Rolf Dietmar Schuster gab nach 25-jähriger Präsidentschaft sein Amt an Albert Böcking weiter. Schuster war bisher der längst amtierende Präsident und hat die Gesellschaft zu überregionalen Glanz erblühen lassen. Die G.M.K.G. verdankt ihm die heute starke Position unter den Kölner Karnevalsgesellschaften.
Diethelm Lemke übernahm die Position des Senatsratspräsidenten von Hermann-Josef Spicher, der 15 Jahre den Kreis der Gönner und Sponsoren geleitet hatte.
Nach 27-jähriger Tätigkeit als Kommandant der Rheinmatrosen übergab Rolf Bürgel diese Position an Thomas Vey.

Das „Goldene Steuerrad“ wurde aus der Taufe gehoben

Die Auszeichnung „Goldene Feder“ wurde im Jahre 1999 durch eine neue, zeitgemäßere Ehrung ersetzt: „Das Goldene Steuerrad“. Mit dem „Goldenen Steuerrad“ werden Persönlichkeiten geehrt, die das gesellschaftliche „Steuerrad“ fest in der Hand halten, sich sozialen Projekten verschrieben haben und der Vaterstadt Köln verbunden sind.
2001 veranstaltete die G.M.K.G die erste „Kölner Karnevals Golf Open“ mit dem „Festkomitee Kölner Karneval“ als Schirmherrn und öffnet sich dadurch neuen gesellschaftlichen Formen.
Im August 2003 übernahm Hans Wirtz in seiner Eigenschaft als Vice Präsident die Funktion des Präsidenten und wurde 2004 zum neuen Präsidenten der Gesellschaft gewählt.
2010 zog sich Diethelm Lemke als Senatsratspräsident zurück, um den Weg für einen jährlichen Wechsel der Senatsratspräsidentschaft zu ermöglichen.
2011 nahm die Gesellschaft letztmalig an der Schiffs-Prozession „Mülheimer Gottestracht“ am Fronleichnamstag teil. Die bisherige Teilnahme wurde bis zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre von Rolf Bürgel organisiert. Nach 11-jähriger Leitung der Rheinmatrosen übergab Ulrich Verbrüggen diese verantwortungsvolle Position an Michael Baur.
Am 29. Januar 2013 würdigte das nordrhein-westfälische Landesparlament die sozialen Verdienste der G.M.K.G. mit Überreichung von Orden und Urkunde durch Corinna Gödecke, Präsidentin des Landtags NRW.
Die Große Mülheimer KG musste 16 Jahre lang warten, um ein Produkt, das sie nach Köln geholt hatte, nach 1993 und 1997 nun wieder im Jahr 2013 präsentieren zu können: die dritte ZDF-Mädchensitzung.

Grandioses Jubiläumsfest zum 111 jährigen Bestehen

Mit einen historischen Theaterstück über die Entstehung der GMKG, einer atemberaubender Lasershow und über 600 Mitglieder und Gäste wurde der Start ins Jubiläumsjahr 2014 gebührend gefeiert. Präsident Hans Wirtz feierte sein 11 jähriges Dienstjubiläum und das 22. Magazin Kölle ala GMKG, entwickelt von Robert Wirtz, erschien im neuen Glanz. Die „Große Mülheimer Karnevals-Gesellschaft“ wird durch zahlreiche Aktivitäten auch in Zukunft die Tradition des Kölner Karnevals aufrecht erhalten. Unter dem Motto, „Spaß haben, das ganze Jahr“, treffen sich Mitglieder und Freunde über das Jahr hinweg.

Die Präsidenten der Gesellschaft im Überblick:

Robert Plum 1903–1913

Hein Neuburg 1913–1932

Franz Weber 1932–1950

Heinz Löhr 1950–1963

Hans Lindemann 1964–1971

Hans Dieter Salchert 1971–1974

Rolf Dietmar Schuster 1974–1999

Albert Böcking 1999–2003

Hans Wirtz seit 2003


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